Incubus Succubus: Wie diese düstere Band 1982 die Szene schockierte

Erinnerst du dich an das Jahr 1982? Während im Fernsehen Dieter Thomas Heck in der ZDF-Hitparade die fröhlichen Schlager-Stars ankündigte und ganz Deutschland zu Roy Black oder Roland Kaiser mitsang, brodelte in den dunklen Kellern der Großstädte etwas völlig anderes. Abseits der heilen Welt der Musikläden und der glitzernden Show-Bühnen entstand eine Bewegung, die den Zeitgeist auf ihre ganz eigene, düstere Weise einfing. Mitten in dieser Ära der Umbrüche tauchte der Name Incubus Succubus auf. Diese Band war anders. Sie war laut, sie war mystisch und sie war für das bürgerliche Publikum der frühen achtziger Jahre ein echter Schockmoment.

Damals war die deutsche Musiklandschaft streng geteilt. Auf der einen Seite hatten wir die Neue Deutsche Welle, die mit Nena oder Ideal die Tanzflächen eroberte. Auf der anderen Seite gab es den Untergrund, in dem sich junge Musiker gegen die Konventionen auflehnten. Incubus Succubus passten in keine dieser Schubladen. Ihr Sound war nicht für die breite Masse gemacht, sondern für die Außenseiter, die sich in den düsteren Clubs in Berlin, Hamburg oder im Ruhrgebiet trafen. Die Ästhetik von Incubus Succubus wirkte wie ein Fremdkörper in einer Zeit, in der Neonfarben und Haarspray den Ton angaben.

Wer damals die Underground-Szene miterlebt hat, weiß noch genau, welches Gefühl diese Musik auslöste. Es war eine Mischung aus Faszination und leichter Beunruhigung. Wenn der Song von Incubus Succubus in einem kleinen Club lief, verstummten die Gespräche an der Bar kurzzeitig. Die Band schaffte es, eine Atmosphäre zu erzeugen, die man heute fast schon als Gothic-Pionierarbeit bezeichnen kann. Es ging um Melancholie, um das Verborgene und um die Schattenseiten, über die man im Radio oder in der Bravo lieber nicht sprach. Für viele von uns war das der erste Kontakt mit einer Musik, die nicht unterhalten wollte, sondern den Hörer herausforderte.

Natürlich blieb der große kommerzielle Durchbruch für Incubus Succubus aus, den die Scorpions oder Peter Maffay damals in den Stadien feierten. Doch genau das machte den Reiz dieser Band aus. Sie waren authentisch und ungeschminkt. Während viele andere Gruppen ihre Identität den Wünschen der Musikindustrie anpassten, blieb Incubus Succubus seinem Weg treu. Diese kompromisslose Haltung ist es, die ihre Fans bis heute nicht vergessen haben. Es ist die Geschichte einer Zeit, in der Musik noch ein echtes Wagnis sein konnte.

Wenn ich heute alte Vinylplatten in der Hand halte, denke ich oft an diese Zeit zurück. Die Erinnerung an Incubus Succubus ist für mich untrennbar mit dem Gefühl verbunden, jung und rebellisch zu sein. Es war eine Ära, in der wir noch stundenlang vor dem Radio saßen, um einen speziellen Song auf Kassette aufzunehmen. Jedes Konzert war ein Ereignis, jedes Tape eine Kostbarkeit. Diese Band hat dazu beigetragen, den Grundstein für eine Musikrichtung zu legen, die aus der deutschen Kultur nicht mehr wegzudenken ist.

Hast du Incubus Succubus damals selbst live erlebt oder vielleicht ihre Songs in einem dieser dunklen Clubs gehört? Lass uns gemeinsam in Erinnerungen schwelgen und uns an diese wilde Zeit zurückerinnern, in der Musik noch echte Geheimnisse barg.

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