
Erinnerst du dich noch an das Jahr 1986? Überall im Radio lief dieser eine Song. Er war laut, er war deutsch und er traf uns alle mitten ins Herz. Die Rede ist natürlich von König von Deutschland. Wenn du heute die ersten Takte hörst, hast du sicher sofort das Bild von Rio Reiser im Kopf, wie er mit dieser unverwechselbaren Energie vor dem Mikrofon steht. Doch hinter diesem gigantischen Hit steckt eine Geschichte, die viele Fans bis heute nicht kennen. Es geht um den Mann, der Rio Reiser diesen perfekten Sound verlieh: den legendären Studiogitarristen Peter Weihe.
Damals, als wir noch gespannt auf die nächste Ausgabe der ZDF-Hitparade gewartet haben und Dieter Thomas Heck mit seinem schnellen Sprechtempo das Wohnzimmer regierte, war der Sound eines Songs oft das Ergebnis harter Arbeit im Studio. Peter Weihe war zu dieser Zeit der wohl gefragteste Gitarrist der Bundesrepublik. Er war kein Star, der in den Klatschspalten der Bravo auftauchte oder im Rampenlicht der Showbühne stand. Er war der unsichtbare Handwerker. Er wusste genau, welche Saite er zupfen musste, damit ein Lied von einem guten Titel zu einem unsterblichen Hit wurde.
Als Rio Reiser diesen Song aufnahm, brauchte es jemanden, der den Zeitgeist der achtziger Jahre perfekt einfing. Peter Weihe verstand sein Handwerk. Er legte das Fundament, auf dem Rio Reiser seine raue Stimme entfalten konnte. Wenn du dir das Lied heute auf einer alten Schallplatte anhörst, merkst du erst, wie vielschichtig diese Gitarrenarbeit eigentlich ist. Peter Weihe hat den deutschen Rock jener Ära maßgeblich geprägt, ohne dass sein Name auf den riesigen Konzertplakaten prangte. Das ist das Schicksal der großen Studiomusiker: Sie geben den Stars ihren Glanz, bleiben aber selbst im Schatten.
Die Musikwelt war damals eine ganz andere. Wir hatten noch keine Smartphones, sondern Jukeboxen in den Kneipen und das Radio als unseren wichtigsten Begleiter. Ob in einer verrauchten Bar in Hamburg oder im Bierzelt in Bayern, die Hits von Künstlern wie Rio Reiser verbanden uns alle. Peter Weihe war bei so vielen dieser Produktionen dabei, dass man ihn fast als den Architekten des deutschen Popsounds bezeichnen könnte. Er spielte für Udo Lindenberg und viele andere Größen. Er war der Mann, den jeder Produzent in Deutschland kannte, wenn es darum ging, den perfekten Take einzuspielen.
Heute blicken wir mit einer ordentlichen Portion Nostalgie auf diese Zeit zurück. Die Welt war überschaubarer, das Wirtschaftswunder war Geschichte und die Neue Deutsche Welle hallte noch in unseren Ohren nach. Wenn ich heute König von Deutschland höre, denke ich nicht nur an Rio Reiser. Ich denke an die vielen talentierten Musiker wie Peter Weihe, die in stillen Studios hart dafür arbeiteten, dass unser Lebensgefühl auf Vinyl gepresst wurde. Hast du Peter Weihe damals wahrgenommen oder warst du auch so sehr vom Charisma der Stars gefangen, dass du die Leute hinter den Kulissen ganz vergessen hast?