Can: Wie diese Kölner Band 1971 die Musikwelt für immer veränderte

Erinnerst du dich noch an den Sound von 1971? Damals roch es in den Studios nach Freiheit und Experimenten. Während in der ZDF-Hitparade die großen Schlagerstars ihr Publikum begeisterten, passierte in einem abgelegenen Studio in Köln etwas völlig anderes. Die Band Can betrat das Studio und erschuf ein Meisterwerk, das bis heute weltweit gefeiert wird. Es war kein einfacher Hit, wie man ihn aus der Jukebox im Bierzelt kannte. Es war ein radikaler Bruch mit allem, was wir damals kannten.

Die Mitglieder von Can kamen aus ganz verschiedenen Welten. Da war Holger Czukay, der klassische Musik studiert hatte, und Jaki Liebezeit, ein begnadeter Jazz-Drummer. Zusammen mit Michael Karoli und Irmin Schmidt schufen sie eine hypnotische Musik, die man später als Krautrock bezeichnen sollte. Wenn man heute an diese Zeit zurückdenkt, sieht man das flackernde Licht der Lavalampe und hört den treibenden Rhythmus, der direkt unter die Haut geht. Es war eine Musik für Entdecker, nicht für den Radio-Mainstream.

Der Sound von Can war wie eine Reise auf der Autobahn durch eine völlig fremde Galaxie. In einer Zeit, in der das Wirtschaftswunder die Menschen im Ruhrgebiet und in Bayern zum Konsum einlud, brachen diese Musiker aus den gewohnten Strukturen aus. Sie improvisierten stundenlang, bis sie in einen tranceartigen Zustand gerieten. Dieser Prozess war oft anstrengend, manchmal sogar dramatisch, wenn die kreativen Egos aufeinanderprallten. Aber genau diese Reibung machte ihre Songs so einzigartig und elektrisierend.

Viele von uns haben damals vor dem Plattenspieler gesessen und die Nadel vorsichtig auf das Vinyl gesetzt. Die LP von Can war kein Hintergrundgeräusch beim Abendessen. Man musste sich hinsetzen und zuhören. Die Band forderte ihr Publikum heraus. Sie wollten nicht gefallen, sie wollten bewegen. Das war der Geist der siebziger Jahre in Deutschland. Es war die Suche nach einem eigenen, ehrlichen Ausdruck, fernab von den glattpolierten Produktionen, die uns täglich in den Fernsehshows präsentiert wurden.

Warum fasziniert uns Can heute noch so sehr? Vielleicht liegt es daran, dass diese Musik niemals altert. Sie klingt heute noch genauso mutig und avantgardistisch wie vor über fünfzig Jahren. Wenn man heute eine alte Platte von ihnen auflegt, spürt man sofort diesen Geist der Rebellion. Es ist die Erinnerung an eine Ära, in der Musik noch ein echtes Wagnis war. Man wusste nie, was einen auf der nächsten Seite der Schallplatte erwarten würde.

Wenn du das nächste Mal durch deine alten Plattenkisten stöberst, zieh mal wieder ein Album von Can heraus. Schließ die Augen und lass dich von dem treibenden Beat tragen. Es ist eine Zeitreise zurück in die Kölner Studios, in denen diese Band die Regeln einfach neu geschrieben hat. Erzähl mir doch mal: Welcher Song von ihnen hat dich damals am meisten beeindruckt? Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dir in den Erinnerungen an diese wilde musikalische Zeit zu schwelgen.

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