
Erinnerst du dich noch an die Abende vor dem Fernseher? Wenn Dieter Thomas Heck in der ZDF-Hitparade mit seinem schnellen Sprechtempo durch den Abend führte, war die Welt für viele von uns noch in Ordnung. Ein Gesicht, das in dieser Zeit einfach dazugehörte, war Chris Roberts. Sein Lächeln wirkte ansteckend, seine Songs verbreiteten gute Laune und mit Hits wie Du kannst nicht immer siebzehn sein stürmte er die Hitlisten. Er war für Millionen von Fans der Inbegriff des unbeschwerten Lebensgefühls der siebziger Jahre. Doch wer hinter die strahlende Fassade blickte, der sah eine ganz andere Realität.
Chris Roberts musste auf der Bühne jahrelang die Rolle des ewigen Jungen spielen. Es war eine Maske, die er trug, während er in seinem Privatleben mit dunklen Schatten kämpfte. Er war ein Star, der die Menschen glücklich machen wollte, auch wenn es ihm selbst nicht immer gut ging. Hinter den Kulissen, fernab vom Applaus und den bunten Lichtern der Shows, kämpfte er gegen schwere gesundheitliche Probleme. Diese bittere Wahrheit blieb seinem Publikum lange verborgen. Das Bild des immer fröhlichen Schlager-Idols passte einfach zu gut in unsere Wohnzimmer.
Wir kannten ihn aus der Bravo und sahen ihn in der Jukebox, wie er seine Hits präsentierte. Er verkörperte den Wirtschaftswunder-Charme, den wir damals so liebten. Egal ob im Bierzelt oder in großen Hallen, Chris Roberts lieferte immer ab. Er wusste genau, was sein Publikum von ihm erwartete. Doch der Preis für diesen ständigen Druck war hoch. Wer den Star Chris Roberts kannte, sah nur den Glanz. Die Realität hinter den Schlagzeilen war oft einsam und von Schmerz geprägt, den er so gut vor uns verstecken konnte.
Erst nach seinem Tod im Jahr 2017 wurde vielen Menschen bewusst, wie tapfer er eigentlich war. Er hatte seine Krankheit über Jahre hinweg fast völlig vor der Öffentlichkeit abgeschirmt. Er wollte kein Mitleid, er wollte nur singen. Er wollte seinen Fans das Gefühl geben, dass das Leben schön ist, auch wenn das eigene Leben längst aus den Fugen geraten war. Diese schockierende Nachricht traf viele von uns mitten ins Herz. Es war, als ob ein Stück unserer eigenen Jugend für immer verloren gegangen wäre.
Wenn ich heute einen seiner alten Songs im Radio höre, denke ich an diese Zeit zurück. Ich denke an die Schallplatten, die sich auf dem Plattenspieler drehten, und an das Gefühl von Freiheit. Chris Roberts hat uns mit seiner Musik durch viele Lebenslagen begleitet. Er hat sein Leben der Unterhaltung gewidmet, bis zur letzten Minute. Heute wissen wir mehr über die Last, die er auf seinen Schultern trug. Sein Vermächtnis bleibt jedoch eines, das von Freude und echter Hingabe an sein Publikum zeugt. Welcher Song von Chris Roberts löst bei dir heute noch die stärksten Gefühle aus?